Taufe und Myronsalbung sind zwei miteinander verbundene Sakramente der Orthodoxen Kirche, durch die ein Mensch in das kirchliche Leben eintritt, geistlich für ein neues Leben in Christus geboren wird und die Gabe der Gnade des Heiligen Geistes empfängt.

Sakrament der Taufe
Die Taufe ist das erste und grundlegende Sakrament, das selbst vom Herrn Jesus Christus eingesetzt wurde. Durch sie werden dem Menschen die Sünden vergeben, einschließlich der Erbsünde. Er wird mit Christus verbunden und wird Mitglied der Kirche. Die Taufe symbolisiert den Tod für die Sünde und die Auferstehung zu einem neuen Leben, was im dreifachen Untertauchen im Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zum Ausdruck kommt.
Die Taufe kann an Säuglingen, Kindern und Erwachsenen vollzogen werden. Bei der Taufe von Säuglingen übernehmen die Eltern und Paten die Verantwortung für deren geistliche Erziehung.
Sakrament der Myronsalbung
Die Myronsalbung findet direkt nach der Taufe statt und ist für jeden Christen wie ein persönliches Pfingstfest. Durch die Salbung mit geweihtem Myron empfängt der Mensch die Gabe des Heiligen Geistes, die ihn in seinem geistlichen Leben und Glauben stärkt.
Der Priester salbt bei der Myronsalbung Stirn, Augen, Nasenlöcher, Mund, Ohren, Brust, Hände und Füße des Täuflings mit den Worten: "Siegel der Gabe des Heiligen Geistes. Amen." Dies symbolisiert die Weihe des Menschen an Gott und die Heiligung aller Bereiche seines Lebens.
Bedeutung der Sakramente
Taufe und Myronsalbung werden nur einmal im Leben vollzogen und nicht wiederholt. Sie öffnen dem Menschen den Weg zur Teilnahme an den anderen Sakramenten der Kirche, vor allem an der Eucharistie (Kommunion), und markieren den Beginn eines vollständigen christlichen geistlichen Lebens.
Vorbereitung auf die Sakramente
Die Vorbereitung auf die Taufe ist ein bedeutender geistlicher Schritt, der es ermöglicht, das Sakrament bewusst zu empfangen und das Leben in der Kirche zu beginnen. Erwachsenen Täuflingen sowie den Eltern und Paten wird empfohlen, sich vorher mit den Grundlagen des orthodoxen Glaubens und der kirchlichen Praxis vertraut zu machen.
Leseempfehlung
- Das Evangelium (vorzugsweise nach Markus oder Lukas, da diese für ein erstes Kennenlernen am leichtesten verständlich sind)
- Kurzer Leitfaden zum orthodoxen Glauben
zum Auswendiglernen
Üblicherweise sollten Paten und erwachsene Täuflinge die folgenden Texte auswendig kennen oder fehlerfrei vorlesen können:
- Glaubensbekenntnis
- Das Gebet "Vater Unser"
- Das Gebet "Ave Maria" (Gegrüßet seist du, Maria)
Das Glaubensbekenntnis hat besondere Bedeutung, da es während der Taufzeremonie als Ausdruck des orthodoxen Glaubens vorgetragen wird.
Geistige Vorbereitung
Soweit möglich wird empfohlen: an den katechetischen (vorbereitenden) Gesprächen in der Kirche teilzunehmen, den Gottesdienst vor der Taufe zu besuchen, zu beichten und die Kommunion zu empfangen (besonders die Paten), für das bevorstehende Sakrament zu beten und sich mit den Mitmenschen zu versöhnen.
Praktische Vorbereitung
Üblicherweise ist vorzubereiten:
- Brustkreuz (zum Tragen am Körper)
- Taufhemd oder helle Kleidung
- Handtuch
- Kerzen (es wird empfohlen, die Kirchenkerzen in der Kirche zu besorgen).
Paten dürfen nicht ungetauft, ungläubig, einer anderen Religion angehörig (z. B. Muslim oder Jude) oder konfessionsfremd (z. B. Katholik oder Evangelischer) sein.
Wichtig! Priester Oleg Beltek führt in der Kirche für Eltern und Paten vorbereitende Gespräche zur Heiligen Taufe ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung durch.
Das Sakrament der Taufe wird in unserer Kirche üblicherweise sonntags um 12:00 Uhr und nur nach vorheriger Absprache durchgeführt.

